Film & Unterhaltung


Zum Open-Air-Konzert der Sodwestdeutschen Philharmonie auf der Mainau brachte derAkkordeonist Krzysztof Dobrek musikalische Szenen aus seiner polnischen Heimat mit
(Südkurier Dienstag, 28. Juni 2016 Kultur in der Region-Reinhard Müller)

Es war ein „ Krzysztof- Dobrek – Special -Open-Air-Konzert”, das die Südwestdeutsche Philharmonie auf der Mainau gab: Als Komponist. Akkordoonist und Moderator in Personalunion führte der in Wien lebende Pole durch seine hinter- und vordersinnigen, immer zu Laune und Nachdenklichkeit anregenden Stücke…
…komponieren hat er in sechs Semestern gelernt, aber alles dies ist nichts ohne die Inspiration. Und genau sie stellte er in immer flirrenden, mit orchestralen Kniffen voll gepackten, virtuosen und träumerischen Passagen unter Beweis.
Schon im Opening „La danza de las gotas” (Tanz der Tropfen) machte er klar, was das Akkordeon eigentlich ist: Eine Klaviatur mit besonderer Klangfarbe, Spielwitz, Rasanz.
Dazu die weiträumigen Vokalisen der 0pernsängerin Susanne Gasch : auch sie fügte sich mit voluminösem Mezzosopran in das orchestrale Ganze einer großen Fantasie ein, die im Fünfvierteltakt rastlos vorwärts drängte.
Immer wieder blitzte Dobreks spezieller Humor hervor – ober nun Wiener Brücken im Stil französischer MontMartre-Walzer schildert, die Zeitspanne zwischen Aufwachen und Aufstehen in musikalische Bilder fasst oder sich vorstellt, lohann Strauss und Tschaikowskv gäbe Walt Disney einen Kompositionsauftrag…
All das hat den Straßen-, Kneipen-, Theater- und akademisch ausgebildeten Musiker Dobrek zu großsymphonischen Partituren angeregt. Das war Unterhaltungsmusik auf ganz hohem Niveau, was Fans musikalischer Romantik ebenso fesselte wie Jazzer und Freunde bühnenwirksamer Songs.
Den Einzelwerken folgte nach der Pause bei sich langsam wolkenverdunkelndem Himmel die mehrsätzige ..Galizische Suite”.
Da waren ausmusiziert : Eine Marktszene mit lustiger Melodienfolge, die besinnliche Schilderung des Krakauer Stadtteils Kazimierz; purzelbunter Tanz im Dorf Chocholow als polyrhythmische Blech-, Holz- und Perkussionsmelodie; elegischer Orchesterklang mit herrlichen Soli und Geigengedanken… aus slawischer Folklorekultur heraus: Sologesang, Orchester und Akkordeon in festlichem Glanz.
Die Philharmonie- mit ihrem agilen Gastdirigenten Frank Zacher und der hervorragenden Gesangssolistin – bewegte sich mit immerwährendem Melodie- und Motivfeuerwerk in diesem musikalisch-slawischen Großraum prächtig lebendig …

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Gothaer Philharmoniker üben sich im Schlager
(Horst Gröner / 05.07.15 /Thüringische Landeszeitung)

Unterhaltsame Musik kann sehr anspruchsvoll sein. Dies zeigte sich für Zuhörer und Musiker in gleicher Weise beim letzten Konzert der Saison in der Anrechtsreihe B.
Denn was dieses Programm den Musikern der Thüringen Philharmonie Gotha abverlangte, das waren jede Menge rhythmisch verzwickter und lautmalerisch herausfordernder Effekte.
„Glückliche Reise“ war der Abend überschrieben, nach dem Titel einer Operette von Eduard Künneke, aus der Gastdirigent Frank Zacher in einer großen Melodienfolge Ohrwürmer wie „Am Amazonas“, „Drüben in der Heimat“, „Das Leben ist ein Karussell“ und natürlich die mitreißende Titelmelodie „Glückliche Reise“ ins Kulturhaus brachte.
Eine ganze Reihe bekannter und unbekannter Werke konnte Zacher in seiner kurzweiligen Moderation ankündigen.
Ein „Heiterer Auftakt“ von Alo Koll, Filmmusik von Rolf Alexander Wilhelm aus „Die Heiden von Kummerow“ oder ein „Tanz im Hafen“ aus der Operette „In Frisco ist der Teufel los“ von Guido Masanetz waren ebenso darunter zu finden wie „Orchesterstreiche“ von Hans Zander.
Diese machten ihrem Namen alle Ehre, weil in dem hörbaren heiteren Durcheinander der Instrumente bei den Philharmonikern exakteste Spielweise gefragt war.
Große Orchestermusik gab es in den drei Sätzen aus Ernst Fischers Suite „Ferientage“ sowie Medleys aus „Chicago“ von John Kander und „Der Mann von La Mancha“ von Mitch Leigh.
Hier verwandelte das Orchester den Saal in eine stimmungsvolle Musical-Halle, die erfüllt war von modernen tänzerischen Rhythmen. Stürmischer Beifall des Publikums zeigte, wie sehr diese Musik ankam.
Umjubelt und mit Bravo-Rufen bedacht war das eindrucksvolle Violinsolo von Konzertmeister Alexej Barchevitch in der „Bolero-Fantasie“ von Franz Grothe. Hingebungsvoll gestaltete er seinen Dialog mit dem Orchester und vor allem auch seine Kadenz gegen Ende des Stücks, das in einem faszinierenden Pianissimo endete.
Zwischen all dem sang die polnische Sopranistin Katarzyna Dondalska mit schöner, klarer Stimme und beeindruckender Höhe „Musikanten sind da“ und „Wenn ein junger Mann kommt“ von Franz Grothe. Von Peter Kreuder interpretierte sie die beiden Evergreens „Für eine Nacht voller Seligkeit“ und „Schön war die Zeit“ und dann auch noch ein „Marilyn-Monroe-Medley“ mit Liedern des Filmkomponisten Jule Styne.
Dies alles fand bei den Konzertbesuchern besten Zuspruch. Bevor die Sängerin als letzte Zugabe noch einmal Franz Grothes „jungen Mann“ in Erinnerung rief, brachten Zacher und das Orchester vom selben Komponisten das schwungvolle „Sing mit mir, lach mit mir, tanz mit mir um die Welt“.
Besser hätte das abwechslungsreiche Programm des Abends nicht in passende Worte und Musik zusammengefasst werden können.
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(VON HORST GRÖNER)

Es war ein gelungener Abend mit wunderbaren Werken der „Gehobenen Unterhaltungsmusik”.
Die Musiker derThüringen Philharmonie Gotha zeigten sich in Bestform, Gastdirigent Frank Zacher legte sich richtig in´s Zeug, Konzertmeister Alexej Barchevitch lieferte ein grandioses Violinsolo ab, und die Gesangssolistin Katarzyna Dondalska uberzeugte mit ihrer Stimme und ihrem charmanten Ausdruck….
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Nordkurier – Kultur
L’amour à la française
Mit Operettencouplets, Chansons und frankophonen Klängen aus deutscher Feder begeistern die „Preußen“ ihr Publikum.

Über die Seine führt eine Brücke.
Eine gewiss wegweisende Erkenntnis, die den unterhaltungsmusikalischen Spezialisten Franz Grothe einst zu einem Schlagerchanson à la française animiert hatte. Ein bisschen sentimental, ein wenig leidenschaftlich, aber immer von l’amour kündend.
Unter diesen Seine-Brücken-Titel hatte das aushilfsverstärkte Preußische Kammerorchester sein 3.Unterhaltungskonzert gestellt, in dem unter der Leitung des 1. Gastdirigenten Frank Zacher ausschließlich Französisches erklang.
Schmissiges und Sentimentales aus Operetten von Jacques Offenbach, Konzertantes von Camille Saint-Saëns und Emmanuel Chabrier, natürlich Chansons zwischen Melancholie und Leidenschaft sowie Frankophones aus deutscher Feder (neben Grothe noch Gerhard Winkler und Leo Fall). Ein abwechslungsreich zusammengestelltes und flott serviertes Brücken-Menü aus exquisiten französisch-deutschen Zutaten.
Zur sach- und fachgerechten Darreichung der gesangssolistischen Nummern war die im lothringischen Metz geborene Sopranistin Fabienne Jost engagiert. Eine vielseitige Künstlerin, die… in Paraderollen des jugendlich-dramatischen Fachs brillierte. Mittlerweile ist sie seit fünf Jahren fest am Stadttheater Bern engagiert und fand in den Chansons einer Edith Piaf neue künstlerische Herausforderungen.
Mit dieser stilistischen Bandbreite und ihrer noch immer beeindruckenden Kehlenfertigkeit vermochte sie das Publikum restlos zu begeistern.
„Oui, Ma-dame“, komponierte schon Michael Jary als schlagerkecke Bekräftigung. Chanson-nah auch ihre Lesarten der Piaf-Titel wie „Der Mann mit dem Motorrad“ oder das eindrucksvoll vorgetragene „Du gehst an mir vorbei“ (John Hess). Doch auch in den Offenbach-Couplets aus „La Périchole“ und „Die Großherzogin von Gerolstein“ wusste sie, womit sie das Publikum verzaubern konnte: durch die raffinierte Einfärbung ihrer erstaunlich fundierten und voluminösen Tiefe, ihrer sattelfesten Mittellage.
Kurzum: Madame wickelte die Hörsinne gleichsam um den kleinen Finger.
Neben ihren charmant absolvierten Begleitaufgaben schlenderten [ die „Preußen“ sic ]… gefällig und beschwingt über die Liebesflaniermeile. Geschmeidig liefen sie auf der „Promenade d’amour“, fühlten sich in der auch barpianistisch opulent ausgestatteten Filmmusikbar von „Madame Bovary“ hörbar wohl, wiegten sich in „Satanella“-Musetteklängen, schmachteten mit großer Klanggeste beim „Bal paré“ …
Bei so viel Feuer, Charme und Esprit wollte Konzertmeisterin Aiko Ogata nicht hintanstehen und übernahm den Solopart in dem Saint-Saënschen Bravourstück „Introduction und Rondo capriccioso“ für Violine und Orchester op. 28. Mit klanglicher Wärme und rhythmischem Raffinement tanzte ihr Bogen die gewagtesten Pirouetten. Allen Beteiligten fiel anhaltender Beifall zu. (P.Buske 18.Februar 2013)

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2011-er Ausgabe der „Nacht der Filmmusik München“ begeisterte rund 800 Zuschauer und brachte mehr als 60 Filmmusiken live auf die Bühne
Der Andrang war groß. Mehr als 800 Besucher erlebten einen rauschenden Abend voller klanglicher und visueller Eindrücke, wie sie abwechslungsreicher nicht hätten sein können. Über mehre Säle der Hochschule für Musik und Theater München verteilt, wurden in gut fünf Stunden dieses kurzweiligen Konzertabends am Samstag, den 22. Oktober 2011 über 60 Musiken zu vornehmlich heimischen Film- und Fernsehproduktionen gespielt und zelebriert.
Im Großen Saal der Hochschule für Musik und Theater München erklangen zahlreiche Main Titles zu aktuellen Kinofilmen wie z.B. zu „Die Päpstin“ (Marcel Barsotti), „Dschungelkind“ (Annette Focks), „The SpongeBob SquarePants Movie“ (Gregor Narholz), „Wunderkinder“ (Martin Stock) oder zu Klassikern wie „Das Boot“ (Klaus Doldinger).
Der feinsinnige Klang des Münchner Rundfunkorchesters unter der Leitung von Frank Zacher hallt noch immer beeindruckend im Ohr nach…

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Film ab: Einmal Kino fürs Ohr, bitte
Das Preußische Kammerorchester setzte einen Schluss-Strich unter eine Reihe von
Unterhaltungskonzerten. VON PETER BUSKE ( Prenzlauer Zeitung 27.04.2009 )

PRENZLAU. „Mein Name ist Bond. James Bond”, stellt sich 007, Chefagent Ihrer Majestät, in jedem seiner Filmgeschichten vor. Dazu ertönt eine unverwechselbare, dramatisch aufgeheizte Erkennungsmelodie….. Ach, kann Filmmusik schön sein. Sie streichelt gefühlvoll die schmachtende Seele, steigert den Adrenalinspiegel …Der Einladung zum „Kino fürs Ohr”, ….sind viele gefolgt.
Unter Leitung von Chefdirigent Frank Zacher besinnen sich die „Preußen” ihrer Traditionen, halten sich die oftmals falschen Tränen und schmachtfetzigen Gefühle des klischeebehafteten Genres erfreulicherweise zurück.
Stattdessen, gehen die Melodien geradewegs und gefällig ins Ohr (da wippt auch so manches Zuhörerbein unbewusst im Rhythmus mit), schwelgen die Streicher …
Dixielandbeschwingt zeigen sich die musikalischen Accessoires zur Gaunerkomödie „Der Clou”, wobei Musiker wie Dirigent schließlich fußstampfende Akzente setzen. Motorisch und dann wieder lasziv und schmachtend im Bigbandsound hört sich der „Tribute to Henry Mancini” an….
Zwischen Piraterie und Parodie trotzt Käpt’n Zacher mit seiner Mannschaft schließlich auch noch dem „Fluch der Karibik”

Doch es gibt auch gehaltvollere und leisere Töne…mit einem innig sich aussingenden Violinsolo (Jakub Rabizo), die trotz softigen Sounds weit weg von Klischee breit-breiiger Filmmusik erklingt. Sehr bewegend.
Nicht minder jene Fantasie für Violine und Orchester von Nigel Hess, die in dem Film „Der Duft von Lavendel”… eine gewichtige Rolle spielt. Sehnsuchtsvolle Klänge, mit großer Gefühlsgeste musiziert…
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VOGTLAND-PANORAMA
Das Vogtland Theater Plauen eröffnet die 100. Spielzeit mit einem Herbstball (1998)
Charlie läßt die „Lichter der Großstadt” leuchten

Von Lutz Behrens
Die 100. Spielzeit mit einem Herbstball zu eröffnen, das war eine sehr gute Idee des Plauener Vogtland Theaters. Auch die Zutaten: ein Stummfilm von und mit Charlie Chaplin, dazu Musik vom Philharmonischen Orchester, Pantomime, ein nicht billiges und auch nicht nur kaltes Buffett, nochmals Stummfilm, diesmal mit Schlagzeug, und dann noch Tanz, paßten.

PLAUEN. – Die Kleiderordnung stimmte. Endlich konnten die Damen einmal wieder das lange Abendkleid anziehen. Bei den Herren dominierte der schwarze Anzug, oft gabs dazu eine Fliege……
Der Film „Lichter der Großstadt” von 1930/31.
Aber was für ein Erlebnis! Dazu trug nicht nur die Musik bei.
Gespielt wurde unter der Leitung von Frank Zacher von den Damen und Herren des Philharmonischen Orchesters nach den Kopien der Originalnoten. Perfekt war das, was hierbei geleistet wurde. Es paßte jeder Triller, und schwelgende Geigen lockten am Schluß wohl so manche Träne ins Knopfloch.

Der Film war eine Offenbarung. Die märchenhafte Story vom Landstreicher und dem blinden Blumenmädchen.
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Chaplin frisch wie ehedem (lk)

Mit Witz ,Charme und Herz kämpfte sich Charlie Chaplin am Freitag und Sonnabend durch die Widrigkeiten einer großen Stadt.
Mit dem frischrekonstruierten Streifen “City Lights” eröffnete das Vogtland Theater den Herbstball und gleichzeitig die 100.Spielzeit des Hauses.

…Das Philharmonische Orchester unter Leitung des Ersten Kapellmeisters Frank Zacher begleitete den Stummfilm auf sensible und ausgesprochen wirkungsvolle Weise.

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Tramp im Getriebe der großen Stadt

Vogtland Theater eröffnet 100. Spielzeit mit Charlie Chaplins Stummfilm “City Lights”
Von unserem Redaktionsmitglied Lutz Kirchner ..

PLAUEN; Hoch her gings offenbar bei den Parties der goldenen 20er Jahre in den Metropolen der Neuen Welt. Der Schampus floß in Strömen. Die am und nach dem Krieg reich gewordenen Newcomer stopften rein, was nur hineinging und /hüpften; sich danach vor Freude über soviel Glück die Seele aus dem Leib.
Beim Filmball am Freitag und Sonnabend zur Eröffnung der 100. Spielzeit des Vogtland Theaters blieb alles viel geruhsamer….
Nach dem anrührenden Happy-end des Stummfilms „City Lights” mit Charlie Chaplin und erstklassiger musikalischer Begleitung durch das Philharmonische Orchester schlenderten die Premierengäste brav und züchtig zum kalten Büfett…
Was Filmmusik überhaupt ausrichten kann, das machte zuvor das Theaterorchester unter Leitung des 1. Kapellmeisters Frank Zacher klar. Der Klangkörper spielte nach der Originalpartitur aus den 30er Jahren. Szene für Szene, ja jeder Augenblick, jede Gefühlsregung die aus der großartigen Mimik Chaplins sprach, fand ihre Entsprechung und Höhung in der Musik…

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Feuriges Silvesterkonzert begeistert Besucher im CongressCentrum
(Ruth Wolfstieg – Pforzheimer Zeitung 02.01.2012)

Das Motto war Programm: „Elyen a Magyar! – Es lebe Ungarn!“ wurde beim Silvesterkonzert der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter Frank Zacher im CongressCentrum musikalische Manifestation.
Was man sich als Hörer auch von ungarischer Feierstimmung erhoffte, es war hier zu finden.
Das Prickeln des Champagners erfüllte gleichsam wie ein Instrument den Orchesterklang, im Geiste hatte man schon übermütig die Sektgläser hinter sich geworfen, bevor man tatsächlich eines in der Hand hielt.
Mit unbekümmerter Nonchalance widmete sich Frank Zacher den in ungarischem Idiom geschriebenen Werken. Sein selbstverständliches Temperament machte daraus keine leichtfertige Virtuosität, sondern befeuerte die Musik auf hinreißend gelöste Weise.

So war man nahezu übergangslos mitten in die „Feurige Puszta“ von Kurt Brandt versetzt.
Schwerpunkt der zahlreichen Programmpunkte waren naturgemäß Nummern der ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán und Franz Lehár sowie von Johann Strauß. Die Klangkultur der Württembergischen Philharmonie erwies sich durchgehend als von exquisiter Güte: gleichwertige Qualität in allen Instrumentengruppen, ganz ohne Schwankungen, äußerst homogen, stimmig, klar und lebendig.
Wie Frank Zacher den Klankörper mit lockerer Hingebung dirigierte, wurde geradezu genialisch in der Art und Weise, wie er Temposteigerungen herbeizuführen verstand. So vollendet organisch gerieten sie, energetische Steigerung wirkten so natürlich, dass man sich ihrer schier nicht bewusst wurde und hörend glauben mochte: Wir alle sind schon von jeher Zigeunermusiker…

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Zymal, Csárdász und Zigeuner (Schwäbisches Tagblatt 16.Januar 2012)
Neujahrskonzert mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen

Mössingen.
Zum Auftakt des 11.Neujahrskonzerts in der ausverkauften Quenstedt-Aula …
Die Württembergische Philharmonie hatte schon auf der Bühne Platz genommen, unter der kundigen Leitung von Frank Zacher ein unterhaltsames Ungarn – Programm erarbeitet.

„Feurige Puszta” – aber zuerst wird die Melancholie der Landschaft ausgebreitet mit exquisitem Harfensolo, düsteren Posaunen und elegischem Horn, bevor die präzise Pauke den Anlauf zum Csardas nimmt, das Xylophon die Weltschmerz-Wehmut der Violinen mit klapperndem Kolorit beiseite fegt. Aufmerksam exakt gingen die Reutlinger mit Konzertmeister Fabian Wettstein die zahllosen Temposchwankungen, Brüche und Neuanfänge der ungarischen Musik an…
Emmerich Kalman ist immerhin am Plattensee geboren, Franz Lehär stammt aus Komärom, auf halbem Weg zwischen Bratislava und Budapest gelegen.
Seine „Zigeunerliebe” und Kalmans „Csardasfürstin” bildeten das Gerüst des üppigen Programms, boten Sopranistin Tonje Haugland eine prächtige Spielwiese mit Gestik und Tanz auf engstem Raum, sprudelndem Sprechgesang, markanten Spitzentönen, temperamentvoller Tiefe…
Spritzig sprudelte dazu das Orchester, ohne die permanent praktizierte agogische Freiheit wäre diese Musik viel weniger wirkungsvoll.
Zarter hörte man Hauglands „Zymbalkänge” aus der Zigeunerliebe, im Duett mit Wettstein schimmerte ‘farbig abgetönte Heimweh-Tristesse.
Dieser tanzte auf der Geige mit wieselflincken Doppelgriffen die Hochzeitspolka…
Großes Kino ebenfalls Franz Grothes Piroschka-Musik mit frisch scherzhaftem Holzbläser-Kanon und stimmigen Soli von Horn, Oboe, Glockenspiel. Brahms’ Ungarischer Tanz Nr. 5, wohlbekannt und immer wieder gern gehört, überzeugte durch samtig-saftige Streicherkultur, die „Maske in Blau” von Fred Raymond zeigte ansatzweise die Big-Band- Fähigkeiten des Blechs: sassa, das war echtes Juliska-Temperament!
Mit Applaus, jedoch „Ohne Sorgen” (Polka schnell op. 271 von Strauß-Bruder Josef) ging’s in die Zugaben, „Hahaha” und „Elyen – lebe hoch!” rief das Orchester, und das Publikum klatschte wie in Wien den Radetzky… (log)
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Konzert in der Stendaler Katharinenkirche
Komponist Eduard Künneke stand am Sonntag in der Katharinenkirche im besonderen Mittelpunkt…
( Volksstimme Stendal 09.März 2010 )
Von Ulrich Hammer

Wer meinte, Eduard Künneke habe nur den „Vetter aus Dingsda” mit dem bekannten Wandergesellenlied komponiert, der wurde am Sonntagnachmittag in der Katharinenkirche vom Preußischen Kammerorchester aus Prenzlau,unter Leitung von Frank Zacher eines Besseren belehrt. Er hatte aus Anlass des 125. Geburtstags des Komponisten in den Notenarchiven gesucht und war unter den rund 60 Kompositionen, darunter mehreren Operetten, fündig geworden.So erklangen am Sonntagnachmittag auch relativ unbekannte,aber nicht minder schmissige Melodien des Meisters im Konzert des Kammerorchesters. Eine romantische Ouvertüre machte den Anfang, ein melancholischer Walzer folgte und eine „wunderbare Walzermelodie” eröffnete den zweiten Teil des Konzertes.
Hier erlebten die Zuhörer auch den Filmkomponisten Künneke mit „Das Weib des Pharao” in einer Potpourrifolge…
Star des Konzertes war der Tenor Timothy Oliver…
Im Konzert des Preußischen Kammerorchesters war er der exzellente Gesangsgast…
Orchester und Solist hatten, zum wiederholten Mal in Stendal gastierend, auch dieses Mal die Zuhörer auf ihrer Seite. Qualität der Stückauswahl und deren Interpretation überzeugten.
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Carry Sass kam, sang und entzückte
(hdw – Reutlinger Generalanzeiger 23.10.2009)

Sängerin in Hochform

REUTLINGEN. Sieht gut aus. Singt gut. Bewegt sich auf der Bühne richtig gut. Plaudert charmant mit dem Publikum. Ist pausenlos gut drauf. Und macht in jeder Rolle eine prima Figur. Ein wenig hilft da auch die hübsche Modenschau mit, die sie im Gepäck hat und von elegant bis sexy wirkungsvoll einsetzt mal mit wenig, mal mit sehr viel Bein.
Carry Sass ist der Star dieses ersten Werkkonzertes der neuen Saison gewesen. Mit ihrem Programm »Vom Kudamm zum Broadway« hat sie nun auch in Reutlingen Station gemacht und ihr Publikum begeistert…
Die Württembergische Philharmonie ist unter Frank Zachers präziser und rhythmusstarker Leitung ein perfekter und gefühlvoller Begleiter gewesen und mehr. Denn auch in den rein orchestralen Stücken hat die Philharmonie mit Schwung und großer Klangschönheit musiziert. Farbig und zart und temperamentvoll zum Beispiel in dem Medley aus »The Man of La Mancha«. Mit lässigem Ragtime-Schub bei Scott Joplin und die Krönung mit einem klangvoll satten und hochvirtuosen Streifzug durch Bernsteins »West Side Story«.

Viele Zugaben, und doch wollte der Beifall kaum enden.
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Mix aus Hits und Raritäten
KONZERT Zum Saisonstart der Reihe „Unterhaltung” wurde in musikalischen Märchenbüchern geblättert.

(UM Kurier 19.10.2009 von PETER BUSKE)

PRENZLAU
„Es war einmal…” So sollen unterhaltsame Melodien aus Oper, Operette, Musical und konzertantem Tanzsaal das Herz der Unterhaltungsmusikfreunde erfreuen, die am Freitag im Kultur- und Plenarsaal den diesbezüglichen Saisonstart des preußischen Kammerorchesters unter Leitung von Frank Zacher erleben….
Da geben sich Lortzings Graf Eberbach (aus dem „Wildschütz”) und Graf Bobby (gleichnamiges humoristisches Intermezzo von Ernst Fischer) auf höchst unterschiedliche Weise die Ehre,…Raritäten wechseln dabei mit bekannten Nummern…
Adolphe Adams Opernouvertüre „Wenn ich König wär´” …sodass dem genussvollen Zuhören kaum Grenzen gesetzt sind. Esprit und Eleganz treten hinzu, nachdem Torsten Frisch, kurzfristig eingesprungener Solist, seinen profunden Bariton voll Lortzingscher „Heiterkeit und Fröhlichkeit” ohne biedermeierliche Sentimentalzutaten kräftvoll ertönen lässt. Sein Auftritt quer durch den Saal endet auf dem Podium.
Und auch bei anderen Arien pflegt er bühnengerechte Wirkungen. …

Sachkundig und klangvoll zeigen sich die „Preußen” bei der Begleitung des Solisten, voller temperamentvoller und idiomatischer Hingabe in ihren Solobeiträgen. Ungarisches, wie beispielsweise im „Palotas”-Tanz von Franz Grothe mit konzertmeisterlichem Solo (Aiko Ogata) voller zigeunerischem Schmiss, gelingt vortrefflich…
Swingend, halb gezupft und halb gestrichen, erklingt Ernst Fischers vergnügliches „Halb Und Halb”, nachdem sich die „Preußen” zuvor in kapriziös-schwelgerische „Fraureuther Porzellan-Püppchen” (Lincke) verwandelt hatten.Pointiertes Fazit aus Kurt Kiermeiers Feder: „Kurz und gut”, ein fröhlicher Kehraus für den Saisonstart.
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Verwandlungskunst mit der Leichtigkeit des Musizierens (Uckermarkkurier 29.09.2008 P.Buske)

Mit Melodien vom Ku’damm und vom Broadway eröffnen die „Preußen” ihre Unterhaltungssaison.

PRENZLAU. Beim Orchesterball muss es gefunkt haben. Was Carry Sass dazu bewog, zum Saisonstart des Preußischen Kammerorchesters am Wochenende erneut in die uckermärkische Metropole zu kommen.
Im Nu hatte die temperamentvolle Entertainerin das Publikum im ausverkauften Kultur- und Plenarsaal um den kleinen Finger gewickelt, das ihr sogar kraftvolle Mitwirkung beim Mackie-Messer-Song aus Brecht/Weills „Dreigroschenoper” nicht versagte. Sie bezauberte mit Charme, sängerischem und schauspielerischem Können, Ausstrahlungsstärke – kurz: Persönlichkeit.

„Vom Ku’damm zum Broadway” heißt die abwechslungsreiche Zusammenstellung, die sinnstiftend mit der Ouvertüre „Heiterer Auftakt” des Komponisten Alo Koll schwungvoll beginnt.
Schon hier fällt auf, wie sicher und anspornend Frank Zacher die mit Aushilfen aufgestockten „Preußen” dirigiert. Sie danken es mit hörbarer Spiellust an der Melange aus Ufa-Tonfilmschnulze und US-Musical. Sie intonieren sauber , musizieren lebendig und leicht, locker und dynamisch sehr differenziert. Auch die Saalakustik ist perplex und lässt die Klänge klingen, dass es eine Freude ist.

Bei manchen Titeln stellt sich Carry Sass, die den Abend auch auf sehr persönliche Weise moderiert, großen Vorbildern…
Dabei sind die „Preußen” der agilen Singschauspielerin, die sich voll verausgabt und nicht auf Provinzsparflamme köchelt, ein hingebungsvoller Partner, wissen aber auch in Solo-Nummern zu überzeugen…
So kommen die „Preußen” in Fahrt, um schließlich Leonard Bernsteins West-Side-Story „America” regelrecht hinzupfeffern. Die Unterhaltungssaison konnte nicht besser beginnen.
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Schmachtende Klänge der Panflöte
Die „Preußen” bieten Ulrich Herkenhoff und dem wohl ältesten Instrument ein Podium
VON PETER BUSKE ( UMK 26.11.2007 )

PRENZLAU
Die Panflöte, auch Syrinx genannt…… erläutert jedenfalls Ulrich Herkenhoff den Ursprung des
ältesten und einfachsten Musikininstruments, als er beim 3. Unterhaltungskonzert des Preußischen Kammerorchesters am Freitag im Kultur- und Plenarsaal von der „Kunst der Panflöte” klingende Kunde gibt…
Faszinierend, ihm bei diesen konzentrierten Arbeiten zuzusehen. Und zuzuhören ! …
In ihrer originaler Streicherbesetzung spielen die „Preußen” unter Leitung von Chefdirigent Frank Zacher ziemlich forsch eine Gluck´sche Ballettsuite, servieren drängend und klangvoluminös das „Agnus Dei” aus der Bizetschen „ L’Arlesienne – Suite“, ehe sie mit der flink und pointiert aufgetischten Strauß’schen „Czechen – Polka“ das erwartete Unterhaltungsterrain bedienen.
Dem Solisten sind sie im G-Dur-Flötenkonzert von Johann Joachim Quantz, dem Flötenlehrer von Friedrich II., ein sachgerechter Partner. Herkenhoffs klarer, kräftiger und blockflötenähnlicher Ton fühlt sich mit virtuosen Attacken in den schnellen Ecksätzen hörbar wohl. Mit seiner Überblastechnik erzeugt er manchen verhangenen und schmachtenden Klang. Getragen und vibratoreich erklingt die Sicilienne aus Faures „Pelleas et Melisande”, besinnlich bis temperamentvoll das Folkloristische der Bartokschen „Rumänischen Volkstänze”…..
Zuvörderst mit der begeistert aufgenommen Uraufführung der virtuosen, effektvoll synkopierten und hitverdächtigen Piece „What’s that” ( for panflute, strings an good nervs) von Ulrich Herkenhoff. Dieser guten Nerven bedürfe es, wolle man die vertrackten Rhythmen erkennen, so der Autor. ….
Entsprechend enthusiastisch geraten die Beifallsbekundungen.
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“Sachsendreier” noch immer unerreicht
Festspiele – Fazit eines Konzertabends: Lift, electra und Stern Meißen
kann man nur übertreffen, wenn man ihnen ein Sinfonieorchester zur Seite stellt.

VON ANDRE GROSS (Nordkurier 14.August 2006)

NEUSTREUTZ.
Für dreieinhalb unglaubliche Stunden hätte man sich gewünscht Raucher zu sein. Denn dann hätte man wahrscheinlich ein Feuerzeug dabei gehabt. Und hätte den Musiklegenden am Sonnabend im Neustrelitzer Schlossgarten auch mit einem Flämmchen Tribut zollen können. So blieb es für viele der weit über tausend Besucher der Philharmonie Rock Night bei starkem Beifall, lautem Jubel und Stampfen mit den Füßen. Das Konzert mit dem Sachsendreier und der Neuen Philharmonie Berlin wurde zu einem der erwarteten Höhepunkte der diesjährigen Schlossgartenfestspiele…
Man nahm sich öfter auf die Schippe. „Es steht vor Euch ein gerüttelt Maß menschlichen Laubes” – was für ein Satz aus dem Mund von electra-Flötist und Bandleader Bernd Aust.
Gespielt wurde vor der Pause einzeln, dann auch miteinander, wobei das Orchester unter Frank Zacher so manche Hymne der Sachsen-Bands noch ein bisschen musik – himmlischen Gefilden näher brachte. Stellvertretend sei hier Lifts „Tagesreise” genannt. Und bei der Klassikadaption von Chatschaturjans „Säbeltanz” durch die Sterne aus Meißen fand sich zusammen, was ohnehin zusammen gehört, ebenso beim „Kampf um den Südpol”. Die Philharmoniker waren auch allein eine Klasse für sich, so bei ihrer Rock-Ouvertüre oder dem Beatles-Medley…

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Stimmgewaltiger Experte für Rüsseltiere zeigt den Charme des Knuddelbären
SAISONSTART
VON PETER BUSKE (Oktober 2005)

PRENZLAU. Groß und stämmig wie eine sturmerprobte Eiche tritt er in Erscheinung, der aus Neubrandenburg stammende Zootechniker und Elefantentrainer Dirk Aleschus. Doch er kann nicht nur den grauhäutigen Rüsseltieren im Tiergarten Schönbrunn mancherlei Kunststückchen beibringen, sondern ihnen sogar mit Gesang das Gehegeleben verschönern. Am Wochenende .hat er damit auch beim Saisonauftakt für die „Unterhaltung”-Reihe des Preußischen Kammerorchesters Prenzlau im Kultur- und Plenarsaal des Landkreises Uckermark großen Erfolg. Vor einem zunehmend angegackerten Publikum, dass sich nicht nur von seinen bass-buffonesken Köstlichkeiten die Zeit vertreiben lässt. Auch Bariton Hans Gröning darf sich über nicht weniger heftig bejubelte Zuneigung freuen…….
Heiteres aus dem Reich der deutsch-französischen-italienischen Spiel-Oper …. hält der Abend unter dem merkwürdigerweise pluralisierten van Bettschen Arienzitat „Ja, wir sind klug und weise und uns betrügt man nicht” … parat. …
Fast ein wenig tolpatschig wirkt Aleschus, wenn er Bijous Bekenntnis „Ich bin im Chor der erste Sänger” aus Adolphe Adams „Der Postillon von Lonjumeau” vorträgt, Plumketts „Porterlied” aus Flotows „Martha” stimmgewaltig anstimmt, Osmins Rachegedanken „Solche hergelaufne Laffen” aus Mozarts „Entführung aus dem Serail” in – Richtung des Dirigenten Frank Zacher schmettert…
Als spielbegabter Mime singt er, was das Zeug hält und was die Noten hergeben.
Darin steht ihm Hans Gröning in nichts nach.
Von Anfang an entpuppt auch er sich als ein Komödiant im Fach des Kavalierbaritons. Bei den Duetten aus Donizettis „Don Pasquale” und Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor” sorgen beide für regelrechte Szenenauftritte durch Türen und Publikumsreihen.
Am Pult der „Preußen“ heizt Frank Zacher die Stimmung mächtig an. Gelöst und mit teilweise theatralischem Aplomb tänzelt die janitscharenmusikklingelnde Ouvertüre „Der Calif von Bagdad” von Francois Adrien Boieldieu vorüber. Anderes von Donizetti, Rossini und Franz von Suppe folgt ihr.
Mit leichter Hand wird an diesem Abend musiziert und gesungen, ohne dabei in die Klamotte abzugleiten.

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Mit stürmischem Applaus gefeiert (Okt.2005)

Das erste Unterhaltungskonzert der „Preußen” lässt auf weitere unvergessliche Konzertabende hoffen

PRENZLAU (LM). „Bravo, Figaro! Bravo, Bravissimo!”, sang Bariton Hans Gröning in der Arie des Figaro aus Rossinis „Der Barbier von Sevilla”. Ein Bravo, dass das Publikum ebenso ihm wie Dirk Aleschus (Bass) beim ersten Unterhaltungskonzert des Preußischen Kammerorchesters in der neuen Spielzeit durchaus zurückgeben konnte.
Denn was den Musikfreunden an diesem Freitagabend geboten wurde, war besonderer Art. Ein Konzert, bei dem die Solisten wie auch Dirigent Frank Zacher und die „Preußen” bewiesen, dass sie die ausgewählten Werke aus Oper und Operette nicht nur musikalisch beherrschen und aufzuführen wissen, sondern dass sie voll Humor und Begeisterung bei der Sache sind; dass szenische Einfälle, komödiantisches Talent der Sänger und Improvisation Musikaufführungen eine ganz spezielle Note zu geben vermögen.

Sollte dies das Niveau sein, an dem man sich in der neuen Spielzeit orientieren will, dürfen sich die uckermärkischen Musikfreunde auf unvergessliche Konzertabende freuen.
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Schwebende Walzerseligkeit
Neujahrskonzert der Preußen in Templin
(Von unserem Mitarbeiter Peter Buske / 03.Janaur 2004)

Ohne den berühmten „Radetzky-Marsch” von Johann Strauß Vater geht auch in Templin das Neujahrskonzert des Preußischen Kammerorchesters nicht zu Ende. Rhythmisches” Klatschen begleitet den federnd absolvierten musikalischen Pferderitt, wobei der Neustrelitzer Kapellmeister Frank Zacher als „Rittmeister” dem geschmeidig tänzelnden Klangklepper gehörig die Sporen gibt.
Straff hält er es an der Kandare. Das Ergebnis: Ein fast fehlerfrei absolvierten Durcheilen des Parcours im Muttikulturen Zentrum von Templin. Doch auch im Champagner-Galopp und zahlreichen Polkas, verfertigt von Vertretern der Strauß-Dynastie, fühlen sich Pferd und Reiter pudelwohl.

An der Futterkrippe unvergänglicher Operetten- und Orchestermelodien von Johann Strauß jr. („Eine Nacht in Venedig”, „Der Zigeunerbaron”, „Die Fledermaus”) bis Richard Eilenbergs gleichsam schneestiebender „Petersburger Schlittenfahrt” kann sich das „Preußen”-Gestüt mit seinen Aushilfen und Prenzlau erfahrenen Vokalgästen sattsam laben. ..
Angeführt von nur vier ersten Geigen, klingt das Orchester sehr sauber und klangschön…
Es hat Schwung und Schmäh, zeigt sich von seiner charmanten Seite, kann Schwebendes und Walzerseliges mit leichter Hand aus dem Ärmel schütteln. Des Rezensenten Wunsch: es möge 2004 insgesamt so bleiben !